Erster Finaltag in Pau
In den ersten beiden Finalentscheidungen beim zweiten Weltcup in Pau (Frankreich) haben die Lokalmatadoren und Olympiastarter des Gastgebers ihren Heimvorteil souverän genutzt.
Toni Estanguet (Canadier-Einer Herren) und Etienne Daille (Kajak-Einer Herren) gewannen ihre Finals. Die besten deutschen Starter waren am heutigen Tag Fabian Dörfler als Vierter im Kajak-Einer und Jan Benzien auf dem sechsten Platz im Canadier-Einer.
„Hier war deutlich mehr drin am heutigen Tag. Mit diesem eher schlechten Lauf und einer unnötigen Berührung am Tor 21 noch auf Platz vier, dass hätte ich nicht gedacht.“ sagte Dörfler nach Abschluss der Rennen. Sebastian Schubert, der genau wie sein Teamkollege Hannes Aigner im Halbfinale ausgeschieden war, sagte zur Strecke: „Es war ein echt anspruchsvoller Kurs, der vom Start bis Ziel alles abverlangt hat und keine Fahrfehler zulies. Man konnte in jeder Kombination viel Zeit verlieren oder gewinnen“. Am Ende gab es im hochklassig besetzten Kajak-Einer-Rennen der Herren keinen Sportler der ohne Fahrfehler bis ins Ziel kam. Der französische Olympiastarter Etienne Daille nutzte seinen Heimvorteil und siegte vor Jan Vondra (CZE) und Lucien Delfour (AUS).
Der Sieg in der zweiten Finalentscheidung des Tages ging ebenfalls an Frankreich. Tony Estanguet deklassierte dabei das gesamte Feld. Er gewann seinen „Heimweltcup“ mit über sieben Sekunden Vorsprung vor dem Polen Grzegorz Kiljanek und dem Slowaken Alexander Slafkovsky. Jan Benzien aus Leipzig war der einzige deutsche Finalteilnehmer in diesem Feld. „Bis zur Mitte des Rennens war ich gut dabei. In der Kombination 19/20 habe ich das erste Mal etwas Zeit verloren. Als ich mich dann im Kehrwasser bei Tor 21 festgefahren habe, konnte ich die verlorenen Sekunden schon selbst mitzählen. Damit kannst du nicht in die Medaillenränge fahren.“ sagte Jan Benzien, der am Ende als Sechster dieses Finale beendete und bester deutscher Starter war. Nico Bettge (18.) und Franz Anton (22.) beobachteten den Fabellauf von Tony Estanguet. Sein Ergebnis hätte im Kajakrennen der Herren für Silber gereicht. „Wenn du so mit dem Wasser fährst, dann ist die ausgehangene schwere Strecke fast spielend zu bewältigen. Ich war heute vom Start weg fast immer neben der optimalen Linie. Obwohl ich immer wieder versucht habe ins Rennen zu finden, lief einfach gar nichts zusammen“ meinte Nico Bettge am Nachmittag. Franz Anton dagegen hatte alle Möglichkeiten auf eine Finalteilnahme. Er verspielte seine Chance mit einer viel zu engen Anfahrt zum letzten Aufwärtstor. Nachdem er sich vergeblich streckte, war der Kopf nicht über der Torlinie. Anton kassierte dafür 50 Strafsekunden. „Ich habe mich richtig geärgert, konnte in der Situation aber leider nichts mehr korrigieren.“ bewertete er seine letzte Aktion und fügte hinzu: „Ich habe sofort an meinen Trainer zu Hause in Leipzig gedacht. Der wird wohl richtig sauer gewesen sein.“
Ergebnisse erster Finaltag
Herren C1
1. Estanguet, Tony (FRA) 100,79 (0)
2. Kiljanek, Grzegorz (POL) 108,61 (2)
3. Slafkovsky, Alexander (SVK) 108,70 (2)
6. Benzien, Jan (GER) (GER) 110,22 (0)
ausgeschieden im Halbfinale:
18. Bettge, Nico (GER) / 22. Anton, Franz (GER)
Herren K1
1. Daille, Etienne (FRA) 100,17 (2)
2. Vondra, Jan (CZE) 101,46 (0)
3. Delfour, Lucien (AUS) 105,40 (2)
4. Dörfler, Fabian (GER) 106,17 (2)
ausgeschieden im Halbfinale:
11. Schubert, Sebastian (GER) / 19. Aigner, Hannes (GER)
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